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Behandlung bei Morbus Parkinson

bearbeitet von: Sabina Riese
zuletzt bearbeitet am: 13.11.055

Die Parkinson-Krankheit (auch bekannt als Morbus Parkinson, Parkinson-Syndrom oder Schüttellähmung) ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen des Gehirns. Benannt wurde sie nach dem englischen Arzt James Parkinson, der 1817 die erste umfassende Darstellung der Symptome vorlegte.

Entstehung und Ursachen
Der Parkinson-Erkrankung liegt eine Störung in einem kleinen Teil des Gehirns zugrunde, der als "schwarze Substanz" bezeichnet wird. Dort wird ein Großteil des Botenstoffes Dopamin hergestellt. Die Nervenzellen der "schwarzen Substanz" sind mit einem anderen Hirnareal, dem Striatum, verbunden, welches vor allem die Botenstoffe Acetylcholin und Glutamat enthält.
Beim Parkinson-Syndrom ist die Dopaminkonzentration sehr stark vermindert, sodass es zu einem Ungleichgewicht der Botenstoffe kommt. Aus diesem Grund kann die Bewegung nicht mehr ausreichend koordiniert und gesteuert werden und es kommt zu den typischen Symptomen.
Für die Vielzahl der Erkrankungen an Parkinson ist die Ursache unbekannt. Nur bei einem sehr kleinen Teil lassen sich konkrete Ursachen, wie beispielsweise Vergiftungen oder Unfälle erkennen. Auch eine Vererbung der Krankheit ist äußerst selten.

Symptome
Die Parkinson-Erkrankung ist durch die folgenden vier Hauptsymptome gekennzeichnet:

  • Tremor (Zittern):
    Der Tremor ist häufig das erste und auffälligste Symptom der Parkinson-Erkrankung. Es handelt sich dabei um unwillkürliche und rhythmische Bewegungen einzelner Körperteile. Am stärksten betroffen sind die Arme und Beine, in seltenen Fällen auch der Kopf. Durch Stress, emotionale Ereignisse oder Belastungssituationen kann sich das Zittern verstärken.
  • Rigor (Muskelsteife):
    Der Rigor bezeichnet einen erhöhten Spannungszustand der Muskulatur, der zu einer Steifheit des gesamten Körpers führen kann. Vor allem bei einer passiven Beugung oder Streckung zeigt sich der Rigor als ein gleichmäßiger und wachsender Widerstand. Daher kommt es zu der bei Parkinson-Patienten typischen Haltung mit vorn übergebeugtem Oberkörper und angewinkelten Armen.
  • Akinese (Bewegungsarmut):
    Der Begriff Akinese wird häufig synonym zu den Bezeichnungen Hypokinese und Bradykinese verwendet und steht für die folgenden Merkmale der Bewegungsarmut: Hemmung des Bewegungsstarts, verminderte Spontan- und Mitbewegung sowie Verlangsamung der Bewegungsabläufe.
  • Haltungsinstabilität:
    Die Betroffenen leiden häufig unter einer Stand- und Gangunsicherheit. Diese ist durch eine Störung der gleichgewichtsregulierenden Reflexe bedingt und tritt häufig im späten Krankheitsverlauf auf. Parkinson-Patienten fällt es dadurch schwer, eine aufrechte Haltung zu bewahren. Als Folge dessen besteht eine hohe Gefahr vor Stürzen.

Daneben entwickeln sich im Krankheitsverlauf eine Vielzahl an möglichen Begleitsymptomen, die bei den Patienten in unterschiedlicher Ausprägung und Kombination auftreten können. Dazu zählen unter anderem:

  • vegetative Symptome
    wie zum Beispiel eine vermehrte Talgabsonderung und Schweißsekretion, niedriger Blutdruck, Magen-Darm-Störungen, Blasen-Entleerungsstörungen, Störungen der Sexualfunktion und Temperaturregulation, vermehrter Speichelfluss, Mundtrockenheit und Atemstörungen.
  • psychische Symptome
    wie beispielsweise kognitive Störungen, Demenz, depressive Verstimmungen oder Angststörungen.
  • Hypomimie
    meint die Verarmung der spontanen Gesichtsmimik. Aufgrund der Bewegungsarmut wirkt das Gesicht bei Parkinson-Patienten oft unbeweglich und ausdruckslos, zum Teil sogar starr. Verstärkt wird dieser Eindruck durch einen seltenen Lidschlag und eine Verlangsamung der Augenbewegung.
  • Schlafstörungen
  • Störungen der Feinmotorik, des Sprechens und Schreibens

Therapiemöglichkeiten
Da die Ursachen des Morbus Parkinson bis heute nicht erforscht sind, ist gegenwärtig nur eine symptomatische Behandlung möglich. Diese erfordert einen komplexen und ganzheitlichen therapeutischen Ansatz und muss ständig entsprechend dem sich verändernden Krankheitsbild angepasst werden.
Die Behandlungsstrategien umfassen die medikamentöse Therapie, physio- und ergotherapeutische Maßnahmen sowie operative Verfahren. Darüber hinaus sind eine psychotherapeutische Begleitung des Patienten und die Logopädie (Sprachtherapie) von großer Bedeutung.

  • Medikamentöse Therapie
    Die medikamentöse Therapie ist das zentrale Element in der Behandlung von Parkinson und zielt darauf ab, die Botenstoffe im Gehirn wieder in ein Gleichgewicht zu bringen. In der Regel wird eine Kombinationsbehandlung eingesetzt, zu der sechs verschiedene Medikamentengruppen zur Verfügung stehen:
    -    L-Dopa
    -    Dopamin-Antagonisten
    -    COMT-Hemmer
    -    MAO-B-Hemmstoffe
    -    Anticholinergika
    -    ergänzende Medikamente (zum Beispiel Beta-Rezeptorenblocker oder Antidepressiva).
  • Physiotherapie und Ergotherapie
    Die Krankengymnastik ist Bestandteil der Basistherapie und sollte so schnell wie möglich (sofort nach Diagnosestellung) begonnen werden. Das Hauptziel von physio- und ergotherapeutischen Maßnahmen besteht darin, die allgemeine Beweglichkeit des Patienten zu erhalten und weiteren Einschränkungen entgegen zu wirken. Durch verschiedene Übungen wird die Feinmotorik trainiert und die Steifheit verringert.
    Mögliche Maßnahmen, die die Durchblutung fördern, schmerzlindernd wirken und dadurch den erhöhten Muskeltonus und die Beweglichkeit positiv beeinflussen, können sein: Massagen, heiße Rolle, Fango, Heißluft, Bäder und Elektrotherapie.
    Zur Verbesserung des venösen und lymphatischen Rückflusses können Lymphdrainagen, Kompressionsbandagen oder Bewegungsübungen angewendet werden.
  • operative Verfahren
    Ebenso wie alle anderen Therapiemöglichkeiten, können auch operative Verfahren die Parkinson-Erkrankung nicht heilen, sondern zu einer vorübergehenden Verbesserung der Symptomatik beitragen. Da eine Operation am Gehirn nicht ohne Risiko ist und auch nicht für jeden Patienten in Frage kommt, gehören operative Eingriffe bisher nur vereinzelt zur Behandlung des Parkinson-Syndroms.



Quelle(n) und weitere Informationen:
  • Deutsche Parkinson Vereinigung Bundesverband e.V.: Parkinson. URL: http://www.parkinson-vereinigung.de/index.html (Abruf vom 23.10.2005).
  • Fuchs, G. A.: Die Parkinsonsche Krankheit: Ursachen und Behandlungsformen. München: Beck, 2002.
  • Pschyrembel. Therapeutisches Wörterbuch. 2. Auflage, Berlin/New York: de Gruyter, 2001.
  • Thümler, R.: Die Parkinson-Krankheit: Antworten auf die 172 häufigsten Fragen. Stuttgart: Georg Thieme Verlag, 2001.



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Autor Jahr

Titel

Quelle

pubmed

Giladi N 2009

Validation of the freezing of gait questionnaire in patients with Parkinson's disease.

Mov Disord 2009;24(5):655-61

Abstract bei pubmed lesen

Lim LI 2005

Measuring gait and gait-related activities in Parkinson's patients own home environment: a reliability, responsiveness and feasibility study.

Parkinsonism Relat Disord 2005;11(1):19-24

Abstract bei pubmed lesen

Thomas M 2004

Clinical gait and balance scale (GABS): validation and utilization.

J Neurol Sci 2004;217(1):89-99

Abstract bei pubmed lesen

van Hil 1994

Rating impairment and disability in Parkinson's disease: evaluation of the Unified Parkinson's Disease Rating Scale.

Mov Disord 1994;9(1):84-8

Abstract bei pubmed lesen

Richards M 1994

Interrater reliability of the Unified Parkinson's Disease Rating Scale motor examination.

Mov Disord 1994;9(1):89-91

Abstract bei pubmed lesen

Podsiadlo D 1991

The timed "Up & Go": a test of basic functional mobility for frail elderly persons.

J Am Geriatr Soc 1991;39(2):142-8

Abstract bei pubmed lesen

Murray MP 1967

Gait as a total pattern of movement.

Am J Phys Med 1967;46(1):290-333

Abstract bei pubmed lesen

 

 

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